Aufholjagd zum Endspurt

Dass die Fußballer der TSG Calbe am Ende der Landesliga-Hinrunde auf dem fünften Platz stehen würden, damit hatte niemand zum Beginn der Saison 2014/15 gerechnet. Denn der Start hätte katastrophaler kaum verlaufen können.

Zwei Niederlagen in Folge, ein Sieg gegen SV Stahl Thale und dann drei weitere Punktverluste in Serie. Das Endergebnis: letzter Platz. Was nun? Aber Torsten Brinkmann, der die TSG zur neuen Saison übernommen hatte, blieb ruhig, verwies immer wieder darauf, dass sich die Mannschaft erst wieder finden und sie sich auch auf ihn als neuen Trainer einstellen müsse.

Brinkmanns Geduld wurde belohnt. Gegen den SV Fortuna Magdeburg gab es ein 1:1-Unentschieden. Damit war das Eis in Calbe gebrochen. Was dann folgte, war für viele wohl kaum zu glauben. Die Saalestädter machten fortan kräftig Boden gut. Das Remis gegen den SVF markierte eine Aufholjagd, die in einer Serie aus acht Partien ohne Niederlage bestand. Die Punkte sammelten sich auf dem Konto der TSG und am Ende der Hinrunde stand sie mit 24 Zählern und einem positiven Torverhältnis von 33:28 auf dem fünften Rang.

Besonders in der Ferne erwies sich die TSG als gefährliche Mannschaft. In der Auswärtstabelle belegt sie den dritten Platz. Nur auf heimischem Rasen wollte es in der Hinrunde noch nicht so recht laufen. Dass es aber auch anders geht, bewies Calbe im ersten Rückrundenspiel gegen den SV Förderstedt, das die Saalestädter mit 5:1 gewannen.

Calbe besserte sich in der Hinrunde vor allem defensiv und auch in der Disziplin. Brinkmann schreckte auch nicht vor disziplinarischen Maßnahmen zurück, was Alexander Vogt zu spüren bekam, der für ein paar Wochen in der Reserve auflaufen musste. Spieler und Trainer waren aneinander geraten. Nach dem Verbüßen seiner “Strafe” kam Vogt jedoch wieder zurück in die erste Mannschaft.

Für die Rückrunde hat Calbe personell noch einmal nachgerüstet. Rico Willner und Thomas Hellige, ehemals Spieler von Ligakonkurrent Schönebecker SV, folgten ihrem ehemaligen Trainer Marko Fiedler zur TSG. Fiedler hatte, nachdem er sich vom SSV trennte, die Stelle als Co-Trainer angenommen.

Auch sonst bereitet sich die Mannschaft intensiv auf die Rückrunde vor. So bestritt die TSG bereits das eigene Hallenturnier, den Fides-Cup, und tritt am Freitag beim 5. WBG-Cup des Schönebecker SV an. Zudem sind weitere Testspiele geplant. Am Sonnabend, 31. Januar, tritt Calbe um 16 Uhr beim TV Askania Bernburg II (Landesliga Süd) an. Am darauffolgenden Sonnabend, 7. Februar, geht es dann zum Verbandsligisten Haldensleber SC. Die Partie beginnt um 14 Uhr.

Quelle: Volksstimme Schönebeck vom 14. Januar 2015


Nach Fehlstart folgt eine eindrucksvolle Aufholjagd

Die Erzählungen über Janus (griechischer Gott mit zwei Gesichtern, Anm. d. Red.) könnten für die Fußballer der TSG Calbe fast sinnbildlich sein, denn seine zwei Gesichter entsprechen genau dem Verlauf der Hinrunde der TSG in der Landesliga. Der Start hätte schlechter nicht verlaufen können, bevor es für die Saalestädter rasant bergauf ging.

Trainer Thomas Sauer dürfte sich die Haare gerauft haben, als nach drei Spielen ein Unentschieden (0:0 gegen den 1. FC Einheit Wernigerode) und zwei Niederlagen (2:4 gegen den SV Förderstedt, 0:1 gegen den SV Fortuna Magdegurg) zu Buche standen. “In der vergangenen Saison haben wir eine gute Rückrunde gespielt. Vielleicht hat die Mannschaft gedacht, dass sie es schon schaffen werden und haben es deshalb zu locker angehen lassen”, sagte Sauer.

Läuferisch und in den Zweikämpfen zeigten die Calbenser nicht die vom Trainer geforderte Einstellung, das Ergebnis war ein Fehlstart. Und es wurde zunächst auch nicht besser. Bis zum 8. Spieltag musste die TSG auf ihren ersten Sieg warten. “Darunter litt auch das Selbstbewusstsein”, so Sauer. Mit dem 5:3-Erfolg gegen den VfB Germania Halberstadt II schien das Tief jedoch endlich überwunden zu sein. “Die Jungs haben begriffen, dass sie mehr in die Partien investieren müssen. Leider hat es sieben Spiele gedauert, bis sie das begriffen haben.”

Mit dem Sieg über Halberstadt II startete Calbe eine kleine Erfolgsserie. Drei weitere Triumphe folgten gegen den SV Lok Aschersleben (2:0), den Schönebecker SV (1:0) und gegen den Magdeburger SV Börde (5:0). Sauer veränderte einiges in seiner Aufstellung. “Durch einige Ausfälle war das auch nötig”, erklärte der Coach. So wechselte Neuzugang Sebastian Jakobs von der Abwehr auf die Sechser-Position. Christian Gille, der eigentlich den Posten des Co-Trainers inne hat, sprang in einigen Partien auf der Position Linksaußen ein. Zudem setzte Sauer auf Schnelligkeit im Sturm und brachte August Schultz und Sascha Bergholz in den Angriff. “Die beiden fühlen sich zwar im Mittelfeld wohler, aber es geht schließlich darum, die Mannschaft so gut wie mölich in Szene zu setzen”, betont Sauer.

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Calbes August Schultz (r.) bringt Tempo in den Calbenser Sturm, wie hier im Spiel gegen Lok Aschersleben. Die TSG startete unglücklich in die Saison, arbeitete sich aber stetig nach oben. | Foto: Volksstimme

Außerdem achtete der Coach verstärkt darauf, dass sich das Zweikampfverhalten seiner Schützlinge änderte. “Die Jungs haben von sich aus viel mehr investiert und das hat sich auf dem Platz bemerkbar gemacht.” Der Erfolg spricht für sich. Durch die Siegesserie arbeitete sich die TSG stetig aus dem Tabellenkeller heraus und konnte sich schließlich im oberen Mittelfeld positionieren.

Zurzeit belegt Calbe Platz fünf in der Tabelle. “Unsere Zielsetzung, einen einstelligen Tabellenplatz zu belegen, haben wir erreicht.” Für die Rückrunde wollen die Saalestädter an diesem Ziel festhalten. “Außerdem arbeiten wir an der Konstanz in unserem Spiel, vor allem bei unseren jüngeren Akteuren”, verrät der Trainer.

“Am Ende der Saison wollen wir mehr Tore und Punkte als im letzten Jahr auf dem Konto haben.”

Quelle: Volksstimme Schönebeck vom 22. Januar 2014