Doppelpacker Keven Harms beschert Calbe Platz zwei

Das Pech klebt Hogir Isa allem Anschein nach nicht zwangsläufig an den Hacken, sondern etwas höher. Um genau zu sein, am Knie. Es lief die 28. Minute in der Fußball-Landesklasse-Partie zwischen der TSG Calbe und dem SV Förderstedt als Isa vom SVF nach einem Zweikampf am Boden liegenblieb und sich sofort ans Knie fasste. Sein Coach Artan Isufi sagte nach dem Spiel, das er sich das Kreuzband gerissen habe. Bereits zum dritten Mal. Per Krankenwagen wurde Isa abtransportiert. Es war aber nicht die einzige Blessur, die sich der SV Förderstedt am Heger abholte. Kapitän Christian Conrad musste nach einem unglücklichen Aufprall mit dem Kopf auf den Boden mit einem Turban spielen. Zu allem Überfluss blieben auch die Punkte bei den Hausherren, denn die TSG Calbe gewann die Partie gegen Förderstedt knapp mit 2:1 (0:0).

Dabei verlief die erste Halbzeit ausgeglichen, beide Teams erspielten sich Chancen, blieben aber vor dem Kasten zu harmlos. „Da war bei uns spielerisch noch alles in Ordnung“, meinte Isufi. Und genau das passte Calbe-Coach Marcel Würlich nicht: „Nach guten 25 Minuten setzte bei uns der Schlendrian ein.“

In der Pause wurde es somit lauter. „In der Kabine habe ich die Dinge, die mir nicht passten, angesprochen und meine Jungs haben es danach super umgesetzt“, sagte Würlich. Mit Anpfiff der zweiten Halbzeit übernahm die TSG mehr und mehr die Kontrolle, lief Förderstedt früh an, die das Spielgerät meist nur lang nach vorn schlagen konnten.

Nach einem Freistoß von TSG-Spieler Sascha Bergholz wurde es zum ersten Mal richtig gefährlich, denn der Abpraller landete bei Enrico Czommer, der an SVF-Schlussmann Tobias Witte scheiterte (54.).

Bergholz hatte nur sieben Minute später die Chance, es besser zu machen. Wieder segelte ein Freistoß in den Strafraum, wo Witte, Isufi und Calbes Keven Harms zum Ball gingen. Alle Gästespieler warteten auf den Pfiff, denn Witte ging zu Boden. Dieser blieb aus und Harms war per Heber zur Stelle. Nicht die einzige Situation, in der die Emotionen der Förderstedter hochkochten.

Ohne zwingende Torgefahr beider Mannschaften ging es in die Schlussphase, die mit einem Lattenkracher von Chris Kerwin eingeläutet wurde (80.). Besser machte es erneut Harms auf der Gegenseite. Förderstedt klärte einen Freistoß nur unzureichend, der Calbenser Kapitän bat zum „Tänzchen“ knapp vor dem Strafraum und zirkelte den Ball ins lange Eck (82.).

Der Ehrentreffer durch Benjamin Kollmann nach einem Eckball kam zu spät für die Gäste (90.). Denn kurz danach war Schluss. „Chancen waren da, wir müssen sie bloß machen“, sagte Isufi, während Würlich sich über drei Punkte und Platz zwei freute.

Quelle: Volksstimme Schönebeck vom 16. September 2019


„Wir bekommen schon elf Mann auf die Matte“

Am Dienstag war der Gang zum Training für die Landesklasse-Fußballer des SV Förderstedt (2.) gar nicht so einfach. Spielertrainer Artan Isufi bat seine Mannschaft vor dem Spitzenspiel gegen die TSG Calbe (4.) am Sonntag um 14 Uhr zur Analyse der herben 0:8-Pokalpleite gegen Kleinmühlingen. Ruhig erklärte Isufi was alles falsch gelaufen ist. „Ich denke, die Jungs haben kapiert, woran es lag“, sagte Isufi, der im anschließenden Training aber die Zügel anzog.

Ganz anders sah es währenddessen nur zehn Kilometer entfernt aus. Die Fußballer der TSG Calbe konnten so richtig die Füße hochlegen, hatten eine Woche komplett frei und starteten am Dienstag in die Vorbereitung auf das Topspiel. „Am vierten Spieltag bereits von einem Spitzenspiel zu sprechen, ist ein wenig zu viel“, schätzt Marcel Würlich, Coach der Calbenser, ein. Doch die Tabellensituation der Landesklasse lügt nicht.

Auch wenn sich die Tabellenpositionen unterscheiden, ein Problem haben beide Mannschaften. Bereits im Pokal kämpften die Förderstedter mit einem kleinen Kader. So mussten angeschlagene Spieler mit ran. „Ich hätte schon gern den einen oder anderen ausgewechselt, aber mir fehlten die Alternativen“, klagt Isufi. Auch gegen die Calbenser wird sich an der Situation nicht viel ändern. Philipp Früchtel, Ehsan Rasooli, Martin Gutsche, Hogir Isa, Devis Drici, um nur ein paar zu nennen, sind alle angeschlagen. Mit Christian Conrad und Felix Fritsch kehren immerhin zwei Akteure zurück.

Die Calbenser stehen vor ähnlichen Problemen, da hat auch die Pause nur wenig gebracht. Wer im Endeffekt am Sonnabend auf dem Feld stehen wird, konnte Würlich noch nicht endgültig sagen. „Wir bekommen schon elf Mann auf die Matte“, ist er sich sicher. Wer auf keinen Fall dabei sein wird, ist Maximilian Puschnigg. Er musste kurzfristig für die Landesauswahl Thüringen aushelfen. Zudem sind auch die Langzeitverletzten weiterhin nicht aktiv.

„Wir müssen das Pokalspiel vergessen. Ich versichere, dass wir vernünftig auftreten werden“, gibt Isufi die Richtung vor, wie der Absteiger bespielt werden soll. „Wir müssen die Räume zu machen und wollen wieder über die Außen spielen.“ Gegen Kleinmühlingen gelang dass nur selten, nun erhofft sich Isufi Besserung.

Für Würlich ist das Spiel eher eine Frage der Einstellung: „Da müssen wir alle auf einen Nenner kommen. Der Wille und der Kampf müssen stimmen“, ist sich der TSG-Coach sicher. Vor allem vor heimischen Publikum wollen die Calbenser im Spitzenspiel keine Zweifel am Sieg aufkommen lassen. Auch wenn die Förderstedter nach der Niederlage angeschlagen wirken. Genau das könnte gefährlich sein, denn ein angeschlagener Tiger ist am gefährlichsten.

„Wir wissen aber schon, wie Förderstedt spielt“, sagt Würlich, der sich bereits eine Taktik zurechtgelegt hat. Denn seine Informanten waren beim Pokalspiel in Kleinmühlingen. Und genau da präsentierte Förderstedt, wie es nicht laufen sollte. Aber das Pokalspiel ist bei den Förderstedter aus dem Kopf, die nun mit neuem Mut angreifen wollen.

Quelle: Volksstimme Schönebeck vom 13. September 2019


Vorschau auf das Wochenende 14. bis 15. September 2019

Eine Woche Ruhe zum auskurieren der verletzten Spieler reicht natürlich nicht für die Langzeitverletzten, sich auszukurieren. Die Personalsituation bei der TSG spitzt sich weiter zu und das alles vor der Begegnung am Sonntag, 14.00 Uhr im Hegerstadion gegen den SV Förderstedt.

Der SV Förderstedt hatte sich mit einigen guten Spielern verstärkt, ist zurzeit Tabellenzweiter und wird trotz der Schlappe im Salzlandpokal in Kleinmühlingen ein gewichtiges Wörtchen in der erst am Anfang stehenden Saison mitreden. Trainer Würlich steht vor der schwierigen Aufgabe am Sonntag eine Mannschaft aufzustellen, die den Förderstedtern Paroli bieten kann und das wird bei den Personalsorgen nicht einfach werden. Ungeachtet desen will die Mannschaft versuchen an die gute Leistung von Baalberge anzuknüpfen!

Spielankündigungen vom Wochenende:

14.09.19, 10.00 Uhr TSG Calbe – SV Arminia Magdeburg (Alte Herren)

15.09.19, 09.30 Uhr JSG Baalberge – TSG Calbe (E-Junioren)

15.09.19, 9.30 Uhr SC Seeland – TSG Calbe (D-Jugend)

15.09.19, 10.00 Uhr Lok Ascherslewben – TSG Calbe (B-Junioren)

15.09.19, 14.00 Uhr TSG Calbe I – SV Förderstedt


“Es war ein Sieg des Willens”

Gegen nur zehn Spieler vom SV Förderstedt bestimmte der Gast aus Calbe in der ersten Hälfte das Spielgeschehen und legte den Grundstein für den klaren und nie gefährdeten 4:0-Sieg.

Er saß da. Allein und verlassen. Wie der letzte Mohikaner. Marko Ulbrich, Coach des SV Förderstedt, war der Einzige weit und breit bei der Trainerkabine. Bei der TSG Calbe, dem Gast in der Landesliga-Partie am Sonnabend, herrschte dagegen buntes Treiben. Aber auf Förderstedter Seite war der Coach einsam. Er übernahm alle Aufgaben, behandelte sogar die Spieler. Nur das Ergebnis auf der Anzeigetafel, das änderte er nicht. Und das hätte ihm auch nicht lang Spaß bereitet. Denn das Kreisderby ging klar mit 4:0 (3:0) an die Gäste.

Und dabei fehlte es den Gastgebern nicht nur an Wechselspielern, das Schlusslicht bekam nicht einmal die erste Elf voll. Mit einem Spieler weniger wurde die Aussicht auf Punkte gegen eines der Topteams der Liga entsprechend noch geringer. Da gab es auch Anerkennung von der Gegenseite in Person von Trainer Marko Fiedler: „Respekt, dass Förderstedt trotzdem angetreten ist.“ Und trotz der Pleite fand auch Ulbrich lobende Worte: „Wir haben uns mit zehn Spielern in der ersten Hälfte gut verkauft. Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen.“ Denn die meisten Vorgaben des Trainers hat die dezimierte Truppe umgesetzt. „Wir haben Calbe das Leben schwer gemacht und gut dagegengehalten.“

So war die Unterzahl in den ersten zehn Minuten kaum zu erkennen. Erst mit einem Standard, Enrico Palm knallte das Leder mit einem Flachschuss aus fast 30 Metern in die Maschen, kamen die Gäste zur 1:0-Führung (11.). Doch diese gab der TSG nochmal einiges an Aufwind. Nur eine Minute später hatte Maik Adrian eine gute Gelegenheit, nach 22 Minuten setzte Florian Schmidt einen Schuss knapp vorbei.

Die Förderstedter konzentrierten sich auf das Verteidigen und konnten bis auf einen Freistoß von Michael Buschke, der knapp am Gehäuse vorbei flatterte (25.), kaum für Entlastung sorgen. Vor den beiden Viererketten war Necirvan Isa als einziger Stürmer auf sich allein gestellt. „Es ist gefährlich, kann den Ball gut halten. Aber wir haben ihn gut aus dem Spiel genommen“, lobte Fiedler. Und so erhöhten die Calbenser mit einem fein säuberlich ausgespielten Konter durch Adrian auf 2:0 (27.).

Die Gäste spielten geduldig, warteten immer wieder auf Lücken, die sich auch boten. Wie vor dem 3:0. Linksverteidiger Palm, einer der Aktivposten im TSG-Spiel, legte ab für Christian Baartz. Nachdem dessen Schuss zunächst noch geblockt wurde, nahm Lucas Dübecke den Abpraller direkt und besorgte gegen seinen Ex-Club das 3:0 (38.). Und Fiedler? Der war zufrieden, keine Frage. Schon wenige Sekunden später posaunte er aber: „Los Jungs, weiter Gas geben.“ Doch auch, wenn die Gäste kein Tor nachlegten, mit dem 3:0 zur Halbzeit war das Spiel gelaufen.

Für die zweite Halbzeit gab es auf Seiten des SVF dann eine positive Nachricht. Maik Teutloff, der später kam, wärmte sich auf und kam für die zweiten 45 Minuten in die Partie. Und diese waren deutlich ausgeglichener. Nach einem Pass von Necirvan Isa auf seinen Bruder Hogir hatten die Gastgeber auch die erste Chance auf dem Spiel heraus (48.). Dass es dann ausgeglichener zuging, lag nicht nur am personellen Gleichstand. Die Calbenser schalteten auch einige Gänge zurück. Wenn sie dann jedoch mal vor dem Tor auftauchten, vergaben sie ihre Chancen fahrlässig. Egal ob Baartz (62.), Schmidt (66.) oder Adrian (70.) – der Kasten von Marco Janich wirkte wie zugenagelt. Erst „Rocco“ Palm konnte diesen Torfluch in Hälfte zwei brechen und netzte zehn Minuten vor dem Schlusspfiff zum zweiten Mal einen Freistoß direkt ein.

Ulbrich, der mit seinem Team den nächsten großen Schritt in Richtung Abstieg in die Landesklasse machten, blieb als Fazit nach dem 0:4 nur über: „Es war ein verdienter Sieg für Calbe.“ Das sah auch Fiedler so: „Wir haben zwar nicht alles konsequent zu Ende gespielt, aber danach fragt hinterher keiner mehr. Wichtig waren die drei Punkte und, dass wir zu Null gespielt haben.“ Besonders angetan war der Coach von der Moral seines Teams. Denn als klarer Favorit in Überzahl eine so engagierte Leistung zu bieten, ist nicht selbstverständlich. „Die Einstellung war sehr gut. Es war ein Sieg des Willens.“

SV Förderstedt: Janich – Arms, Teutloff, Früchtel, Conrad, Böttger, N. Isa, Apelt, H. Isa, Buschke, Herrler

TSG Calbe: Schulz – Harms, Schmidt, Balzer, Adrian, Baartz (73. Michaelis), Hellige (82. Richter), Gernat, Palm, Dübecke (73. Denisenko), Weber

Tore: 0:1 Enrico Palm (11.), 0:2 Maik Adrian (27.), 0:3 Lucas Dübecke (38.), 0:4 Enrico Palm (80.)

Schiedsrichter: Christian Naujoks (SSV Besiegdas Magdeburg)

Zuschauer: 45

Quelle: Volksstimme Schönebeck vom 09. April 2018


Bloß nicht überheblich werden

Rainer Schulze kennt die Algorithmen des Fußballgeschäfts. Immerzu braucht es auch gegen vermeintlich angeschlagene Gegner die volle Konzentration, um die Favoritenstellung auch in einen Favoritensieg umzuwandeln.

Morgen muss die TSG Calbe aus der Landesliga Nord beim SV Förderstedt antreten. Das ist das Duell des Tabellenvierten beim abgeschlagenen Schlusslicht (Anstoß 15 Uhr). „Alles andere als ein Sieg wäre da eine Überraschung“, sagt Abteilungsleiter Schulze. Aber: „Wir dürfen nicht überheblich reagieren und den Gegner unterschätzen.“

Schulze mahnt zur Vorsicht. Auch wegen der kribbeligen Vergangenheit. „Das waren immer torreiche Spiele“, erinnert sich Schulze. Und nicht immer gewann Calbe. In der vergangenen Saison gab es zum Beispiel eine bittere 2:3-Niederlage. Das war der Anfang vom Ende der Calbenser Aufstiegsträume.

Diese Saison steht die TSG als Vierter nur zwei Punkte hinter dem Dritten Irxleben. Nach einer durchwachsenen Saison kann Calbe die Spielzeit doch noch mit einem Medaillenplatz abschließen. Das wäre ein versöhnlicher Abschluss. Der Anfang ist ein Sieg morgen. Und bis auf Alexander Voigt sind alle fit für die Mission Auswärtssieg.

Quelle: Volksstimme Schönebeck vom 06. April 2018


Vorschau auf das Wochenende 07. bis 08. April

Nach dem Erfolg gegen die Preussen aus Magdeburg wartet am kommenden Wochenende ein Derby auf den Landesligisten aus Calbe. Es geht zum SV Förderstedt und obwohl die Begegnungen in der Vergangenheit oft unterschiedliche Gewinner hatten und sehr torreich waren, wäre aktuell alles andere als ein Sieg für die Calbenser eine Überraschung!

Die Förderstedter stehen zurzeit auf dem 15. Tabellenplatz, haben bisher ganze 4 Punkte auf der Habenseite und insoweit hat die Prognose aus Sicht der Verantwortlichen nichts mit Überheblichkeit zu tun. Ich gehe aber davon aus, dass Trainer Fiedler das etwas anders sieht, denn die Förderstedter waren gegen die TSG immer besonders motiviert und insoweit muss auch diese Mannschaft erst einmal besiegt werden und dazu ist die volle Konzentration erforderlich!

Spielankündigungen vom Wochenende:

07.04.18, 11.00 Uhr SG Atzend./Glöthe – TSG Calbe (C-Junioren)

07.04.18, 15.00 Uhr TSG Calbe III – SV S.G. Hecklingen

07.04.18, 15.00 Uhr SV Förderstedt – TSG Calbe I

08.04.18, 09.30 Uhr Saxonia Gatersleben – TSG Calbe I (D-Junioren)

08.04.18, 09.30 Uhr Blau Weiß Barby – TSG Calbe II (D-Junioren)

08.04.18, 14.00 Uhr TSG Calbe II – Eintracht Winningen

11.04.18, 17.30 Uhr TSG Calbe I – 1. FSV Nienburg (D-Junioren)

12.04.18, TSG Calbe – SG Biere/ Förderstedt (E-Junioren)


Schon früh die Weichen auf Sieg gestellt

Das verbale Gerangel war groß. Gerade war das Landesliga-Derby zwischen der TSG Calbe und dem SV Förderstedt abgepfiffen worden, da flogen die Giftpfeile zwischen den SVF-Spielern Devis Drici und Przemyslaw Kucybala hin und her. Es ging um die Szene in der 87. Minute, als Torwart Marco Janich nach einem Foul gegen Lucas Dübecke einen Foulelfmeter verursacht hatte in dessen Folge Janich sogar nach Gelb wegen Foulspiels und anschließender Meckerei mit Gelb-Rot vom Platz musste.

Drici warf Kucybala vor, dass er ja vorher den Ball hätte klären können, dann wäre es gar nicht erst zum Elfmeter gekommen. Kucybala entgegnete, Drici solle doch nicht so fahrlässig mit seinen Chancen vorn umgehen. Ein Wort ergab das andere. Am Ende winkte Kucybala ab, schickte ein englisches Schimpfwort hinterher und war weg. Ja, die Stimmung beim SVF war schon besser. Dabei gab es ja trotz der 2:4 (0:2)-Pleite Positives. „Das ist schade“, sagte Co-Trainer Enrico Tietzel. „Wir mussten uns nicht verstecken. Es haben nur kleine Nuancen gefehlt.“

Es war aber die TSG, die mit langen Bällen Förderstedt immer wieder überrumpelte. Erst vollendete Pascal Weber eine perfekte Flanke des fleißigen Enrico Palm von rechts per Kopfball zum 1:0 (3.), danach setzte sich Maik Adrian im Strafraum gegen Ladislav Kesner und Hogir Isa durch und traf zum 2:0 (11.). Ein Palm-Kopfball (25.), ein Freistoß von Florian Schmidt (31.) oder die riesige Chance von Adrian nach Zuckerpass von Dübecke (38.) waren nur eine Auswahl der Chancen. Von Förderstedt kam nicht viel. Die größte Gelegenheit hatte Drici, der nach Flanke von Dominik Kocur den Ball drübersemmelte (43.). Nicht nur Kucybala hätte den Ball gern drin gesehen auf SVF-Seite.

Doch nach der Pause hatte der Außenseiter seine stärkste Phase. Mit viel Einsatz kam Förderstedt zum Anschlusstreffer durch Drici (60.), der die Calbenser Innenverteidiger Tomas Gernat und Alexander Voigt narrte und eine 50-Meter-Flanke von Christian Conrad nach forscher Tänzelei verwertete. „Wir haben Moral gezeigt“, befand Tietzel.

Zwar fand die TSG durch Chancen von Palm (61.), Adrian (69.), Keven Harms (70.), Christian Baartz (75.), der die Standhaftigkeit des Pfostens testete, oder Dübecke (81.) zurück ins Spiel und zum 3:1 durch einen Strafstoßtreffer von Dübecke (87.), aber Förderstedt kam in Unterzahl durch Ladislav Kesner nach einer Drici-Ecke erneut zum Anschluss (88.). „Darauf müssen wir aufbauen. Wir dürfen uns jetzt nicht zerfleischen“, sagte Tietzel.

Klar ist aber auch: Weil Dübecke das zweite Tor markierte (90.), standen am Ende wieder vier Gegentreffer. Förderstedt bleibt die Schießbude der Liga. „Spielerisch ist das ok, aber wir müssen jetzt den Fokus auf die Defensive legen“, mahnte Tietzel. Sonst wird es ganz schwer mit dem Klassenerhalt. Calbe hingegen machte durch den dritten Saisonsieg einen Sprung in der Tabelle auf Rang sieben. Freude und Trauer lagen nah beinander.

Calbe: Richter – Weber (72. Lull), Harms, Schmidt, Dübecke, Adrian (78. Schulz), Baartz, Hellige, Voigt, Gernat, Palm (90.+3 Schönian)

Förderstedt: Janich – Alkabib (78. Moravek), Kucybala, Kocur, H. Isa, Lad. Kesner, Schmutzler (74. Arms, 86. Luk. Kesner), Früchtel, Conrad, Drici, N. Isa

Tore: 1:0 Pascal Weber (3.), 2:0 Maik Adrian (11.), 2:1 Devis Drici (60.), 3:1 Lucas Dübecke (87., FE), 3:2 Ladislav Kesner (88.), 4:2 Lucas Dübecke (90.)

Gelb-Rot: Marco Janich (87.)

Schiedsrichter: Stefan Dehmel (Gommern)

Zuschauer: 100

Quelle: Volksstimme Schönebeck vom 16. Oktober 2017


Emotionale Sprengkraft beim Duell mit alten Bekannten

Böses Blut im übertragenen Sinne gab es reichlich. TSG Calbe gegen SV Förderstedt, das ist nicht das klassische Derby in der Fußball-Landesliga, aber doch: Das Aufeinandertreffen am 13. Mai, das der Underdog Förderstedt mit 3:2 für sich entschieden hatte, hallt natürlich noch nach. Eine Rote Karte gab es für den Förderstedter Necirvan Isa, der eine grobe Beleidigung Richtung Calbenser Bank geschickt hatte. Revanche ist ein hartes Wort. „Aber natürlich will man da gewinnen“, sagt TSG-Abteilungsleiter Rainer Schulze. Es sei so eine Art Derby. Und Derbys haben emotionale Sprengkraft. Morgen am Heger sehen sich die Teams wieder. Anstoß ist 15 Uhr.

Gleichzeitig geht es für Calbe aber auch darum, den „Anschluss an das Mittelfeld nicht zu verlieren“. Nach zwischenzeitlich ordentlichen Ergebnissen sind die Saalestädter nach dem 0:0 gegen Ilsenburg und der 0:2-Niederlage beim MSC Preussen in die untere Tabellenhälfte gerutscht. Calbe muss da endlich raus, so will es auch Schulze. Gerade gegen einen Gegner wie den SV Förderstedt. Denn: „Förderstedt ist defensiv sehr schwach“, meint Schulze. Das ist keine gewagte These. 24 Treffer in sieben Spielen haben die Rand-Staßfurter bisher kassiert. Macht einen Schnitt von fast 3,5 Gegentreffern pro Partie. Besonders das 1:7 vor anderthalb Wochen gegen den SV Westerhausen darf als mächtige Ohrfeige bezeichnet werden.

Na klar: Förderstedt musste sich im Sommer wieder einmal neu erfinden. Im finanzklammen Umfeld holte der SVF besonders aus Tschechien viele neue Spieler. Noch internationaler ist Förderstedt seitdem. Und gerade in der Abwehr liegt noch viel im Argen. Das Trainerteam um Marko Ulbrich muss an vielen Schrauben drehen, um das Saisonziel Klassenerhalt möglich zu machen.

Immerhin hat Förderstedt aber auch schon zehn Tore in sieben Spielen erzielt. Genauso viele also wie die TSG Calbe. Was sich für den SVF gut liest, ist für Calbe sicherlich ein warnendes Zeichen. Rechnet man die 0:4-Niederlage vor einer Woche im Landespokal gegen den FSV Barleben mit, sind die Saalestädter sogar seit 332 Minuten ohne eigenen Torerfolg. „Meine Intention wäre es also, von der ersten Minute an Vollgas zu geben“, sagt Schulze. Um den defensivschwachen Gegner unter Druck zu setzen. Er will da aber natürlich nicht dem Trainerteam die taktische Marschroute vorgreifen.

Klar ist aber auch: Gerade in der Offensive muss es wieder rappeln: Auch bei Maik Adrian und Lucas Dübecke. Beide Stürmer trugen einst das Trikot des SV Förderstedt. An Motivation sollte es also nicht mangeln. „Die beiden brauchen Erfolgserlebnisse für das Selbstbewusstsein“, sagt Schulze. Es gäbe wohl kaum Schöneres, als sich dieses gegen den Ex-Verein zu holen.

Quelle: Volksstimme Schönebeck vom 13. Oktober 2017