6. Askania Hallen-Cup in Bernburg

6. January 2010

TSG Calbe verteidigt ihren Titel – Starker Keeper Keven Harms

Besser hätten es auch die Dramaturgen nicht inszenieren können. Im Finale des 6. Askania Hallen-Cups standen sich am Mittwochabend mit der TSG Calbe und dem 1. FC Lok Leipzig II die zwei Fußballmannschaften gegenüber, die sich über die Vorrunde bis zum Endspiel enorm steigerten. In diesem lieferten sich beide Teams einen zweimal siebenminütigen Kampf, der schließlich keinen Sieger fand. 5:5-unentschieden stand es nach regulärer Spielzeit, so dass im Neunmeter-Schießen die Entscheidung zugunsten der Calbenser fiel, die somit den Titel aus dem Vorjahr verteidigten.

Quelle: Volksstimme von Sandra Arm

Der Blick schweift ab, hin zum Tor. Bei den Landesliga-Kickern der TSG Calbe steht nicht etwa der Keeper Benjamin Richter oder Christian Harant zwischen den Pfosten, sondern Verteidigungsspieler Keven Harms. „Wir wissen, dass Keven ein guter Feldspieler und auch auf der Linie sehr stark ist. Zudem haben wir mit ihm einen fünften Spieler auf dem Parkett“, erklärt Co-Trainer Kai Resch. Der Blick schweift weiter ab, auf die Reservebank. Dort sitzt Richter. „Er ist angeschlagen, aber wir hätten ihn im Notfall gebracht“, so Resch.
Dieser Fall trat nicht ein. Und Harms hatte schon in der Vorrunde Schwerstarbeit zu leisten. Dort trafen die Schützlinge von Drachenberg zunächst auf den Verbandsligisten TV Askania Bernburg. Bereits nach 36 Sekunden markierten die Bernburger das 1:0. Doch Benny Blöhm erzielte den Ausgleich (6.). Postwendend fiel die erneute Führung für den Gastgeber, die in der neunten Minute durch Thomas Wolff egalisiert wurde. „Das 2:2 war der Knackpunkt. Nach zweimaligen Rückstand hat sich die Mannschaft noch einen Punkt erspielt“, lobte Resch.
Das gleiche Resultat stand auch nach der Begegnung gegen den FSV Hettstedt (Landesliga) zu Buche. Spektakulär fiel der 2:2-Ausgleich durch Harms, der nach einem Freistoß den Ball hingelegt bekam, aus seinem Kasten nach vorne stürmte und das Leder in die Maschen schoss. Das Weiterkommen sicherte sich die TSG durch einen 4:3-Sieg über die Auswahl des Altkreises Bernburg. Im Halbfinale trafen die Saalestädter auf den Erstplatzierten aus der Staffel A, den FSV Nienburg (Landesliga), den sie souverän mit 2:0 bezwangen und somit in das Finale einzogen. Dort erwartete sie der Bezirksligist 1. FC Lok Leipzig II.
Einen klassischen Fehlstart legten die Messestädter hin, die zuerst auf den SV 08 Baalberge (Landesklasse) trafen. Qualifiziert hatte sich der SV 08 einen Tag zuvor durch den Gewinn des zehnten Ford-Eifler-Cups in Bernburg. Mit einem 5:2-Erfolg überraschte Baalberge gleich zu Beginn. Die Lok nahm langsam an Fahrt auf und setzte sich im zweiten Spiel gegen Preussen Magdeburg mit 3:2 durch. Baalberge hatte in der ersten Partie gegen die Magdeburger mit 2:4 das Nachsehen und unterlag im letzten Gruppenspiel den Nienburgern mit 0:1. Rechenkünstler waren nun gefragt. Berechtige Hoffnungen auf den Einzug ins Halbfinale machte sich auch noch der SV 08, doch dazu musste Nienburg gegen den 1. FC Lok II gewinnen. Das Zittern begann und nach zwölf Minuten stand es 2:2-unentschieden. Das zweite Halbfinale gewannen die Schützlinge von Lok-Coach Heiko Hennig mit 2:0 über den TV Askania.
Das Finale war an Spannung kaum zu überbieten. Nach den ersten sieben Minuten führte die TSG mit 4:1 und gab einen sichergeglaubten Sieg noch aus der Hand. Nach der regulären Spielzeit stand es 5:5. Zehn Tore brachten noch keine Entscheidung. Wolff, Sebastian Zapke und Sascha Bergholz hießen die Auserwählten für das Entscheidungsschießen. Wolffs Schuss landete zunächst am Pfosten, während die anderen beiden sicher vom Punkt blieben. Harms bewies seine Stärke auf der Linie, indem er einen Neunmeter hielt. Danach wieder von vorn. Wolff verwandelte diesmal sicher, während Ronny Mende den Ball über das Tor jagte. Dann jubelte die TSG ausgelassen, da hielt es selbst die Trainer nicht mehr auf der Bank.
Eine Auszeichnung gab es außerdem für Bergholz. Er hatte gemeinsam mit Ronny Mende vom 1. FC Lok Leipzig II fünf Treffer erzielt. Beide traten im Neunmeterschießen gegeneinander an. Dabei behielt Bergholz die Oberhand und gewann mit sechs Treffern insgesamt die Trophäe des besten Turnierschützen.

TSG Calbe: S. Zapke, B. Blöhm, K. Harms, Ph. Berner, Ch. Knabe, A. Voigt, S. Bergholz, Th. Wolff, D. Neumeister, B. Richter


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